Topshöfen

Topshöfen
Wann das erste Kreuz errichtet wurde ist nicht bekannt. Nach mündlicher Überlieferung soll ein Wewelsburger Schäfer beim Schafe hüten eine Kreuzeserscheinung im Gebüsch auf Topshöfen gehabt haben. Er berichtete dem Pastor davon, der darauf hin an dieser Stelle ein Kreuz errichten ließ.
Ein alter Schützenbrief von 1718 erwähnt eine Wewelsburger Bittprozession zum Kreuz nach Topshöfen.
Prozessionsberichte aus dem Jahre 1783 sagen aus, dass sich hier vier Prozessionen aus den Dörfern Wewelsburg, Brenken, Haaren und Hegensdorf trafen…
Als sich im 18.Jh. viele Missstände in das Prozessions- und Wallfahrtswesen eingeschlichen hatten, reformierte der Fürstbischof Friedrich Wilhelm von Westphalen diese teilweise ausgearteten Prozessionen. Zuvor mussten aber die Pfarrer einen Bericht über die Prozessionen in ihrer Pfarrei abgeben.
So schreibt auch der damalige Hegensdorfer Pastor an den Fürstbischof und beklagt u.a. die Missstände während der Prozession zum Topshöfener Kreuz. Er ist besorgt über den Missbrauch von Branntwein und der Unordnung während der heiligen Messe. Es werde getrunken, gegessen, getanzt und gefeiert und es würden sogar Ehen zusammengebracht!
Aufgrund des Berichtes wurde wohl von der Bischofsleitung das Zusammentreffen der Prozession aus mehreren Orten untersagt, so dass nur noch die Wewelsburger ihre jährliche Bittprozession nach Topshöfen halten durften.
Im Laufe der Jahrzehnte verfiel das Kreuz.
Aus der Dorfchronik ist bekannt, dass 15 junge Wewelsburger 1812/13 mit Napoleon in den Russland-Feldzug ziehen mussten. Von ihnen kehrten nur drei zurück. Einer der Heimkehrer war Heinrich Rüther. Er hatte gelobt, das, wenn er von Gott behütet aus dem Krieg zurückkehren sollte, er zum Dank ein neues Kreuz auf Topshöfen errichten würde. Und so ist am Fuße des Kreuzes eingeschnitzt: „EX VOTO“ (aus einem Gelübte heraus).
Das Kreuz gehört auch heute noch der Familie Rüther-Künz, wurde mehrfach erneuert und wird auch noch von der Familie gepflegt.
Die Bittprozessionen zum Topshöfener Kreuz schliefen Ende der 60iger Jahre ein. Erst um 1980 lebte die alte Tradition wieder auf.