Baustellen abgearbeitet

Büren(WV). Die Zahl der Gläubigen nimmt ab, und auch an Priesternachwuchs mangelt es. Wie vor diesem Hintergrund die Gemeindearbeit lebendig bleiben kann, darüber haben sich Hauptamtliche und Laien im Pastoralverbund Büren Gedanken gemacht.

Von Hanne Hagelgans

Das Ergebnis ist die Pastoralvereinbarung, die jetzt vorliegt. Weil der Pastoralverbund Büren deckungsgleich ist mit dem Stadtgebiet Büren, lautet das Motto mit Bezug auf ein Kirchenlied »Eine große Stadt ersteht«.

Entsprechend hat die mit zehn Laien aus allen Gemeinden besetzte Steuerungsgruppe, die die Pastoralvereinbarung erarbeitet hat, die vielen Aspekte kirchlichen Lebens auch in mehrere »Baustellen« eingeteilt. Die Taufberufung ist da ebenso ein Thema wie Schule, Caritas, Jugend, Liturgie, kirchliches und dörfliches Leben sowie pastorale Orte und Gelegenheiten.

An einem Beispiel erklärt Pfarrer Peter Gede, Leiter des Pastoralverbundes, welcher Gedanke der Gemeindearbeit künftig zugrunde liegen soll. So werden etwa für Eltern, die ihr Kind zur Taufe anmelden, künftig Taufelternabende angeboten. Dabei werden sie von anderen jungen Eltern ehrenamtlich begleitet. Sie erklären den Sinn der Taufe, den Ablauf der Feier und auch die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

»Es geht um die Gemeinschaft der Christen«, betont Gede. Man müsse sich von dem Gedanken trennen, dass eine Gemeinde auf den Priester als zentrale Figur konzentriert sei. Vielmehr sei jeder Getaufte aufgerufen, sich einzubringen. »Und zwar nicht in erster Linie, weil man dem Geistlichen helfen muss«, ergänzt Pastor Michael Melcher aus Steinhausen, »sondern aus Berufung.« Jeder solle sich im Rahmen seiner Fähigkeiten und Interessen einbringen, »das kann die Lesung im Gottesdienst sein, die Hilfe für Flüchtlinge oder auch das Fegen des Kirchplatzes«.

Verabschieden müssten sich die Gläubigen auch von der Idee, dass künftig jede Gemeinde jedes Angebot vorhalten könne, betont Melcher und nennt ein weiteres Beispiel. So gibt es in diesem Jahr in Siddinghausen die Möglichkeit, die Kar- und Ostertage mit besonderen Angeboten und Gottesdiensten sehr intensiv zu erleben. Wer das möchte, muss nach Siddinghausen kommen – in allen anderen Gemeinden finden wie gewohnt die Ostermessen statt. Trotz Priestermangel und vollgepackter Arbeitstage müssten sich die Geistlichen die Zeit nehmen für besondere Angebote wie Ausflüge mit den Jugendlichen, Pilgerreisen oder Wallfahrten, nennt Melcher ein weiteres Beispiel.

Die Pastoralvereinbarung ist von Donnerstag, 26. Februar, an auf der Seite des Pastoralverbundes im Internet einsehbar. Wer dazu noch Anregungen hat oder Ergänzungen machen will, sollte das bis zum 5. März erledigen. Anschließend wird das Schriftstück im Generalvikariat geprüft, und auch ein Gespräch mit dem Erzbischof findet dazu statt. »Bis zum 20. September hätten wir es gerne zurück«, sagt Pfarrer Gede.

Denn dann findet wieder der »Tag der Kirchen« statt, an dem sich die Gotteshäuser im Stadtgebiet vorstellen, und der schon vor einigen Jahren ein riesiger Erfolg war. Bei dieser Gelegenheit soll dann auch die endgültig verabschiedete Pastoralvereinbarung vorgestellt werden. www.pv-bueren.de




Quelle: Westfalen-Blatt vom 20.02.2015


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Veröffentlicht
09:08:00 20.02.2015